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13.01.2003

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Linke Literaturmesse im Künstlerhaus K4

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Herrn Stadtrechtsdirektor   
Dr. Frommer

Per Fax

Linke Literaturmesse im Künstlerhaus K4

Sehr geehrter Herr Dr. Frommer,

vom 24.1.-26.1.03 soll im Künstlerhaus K4 die 7. Linke Literaturmesse stattfinden. Das K4 ist eine städtische Einrichtung in der Verantwortung des Amtes für Kultur und Freizeit, unterstellt dem Ref. VIII, Kulturreferat. Es ist offensichtlich, wie ich nachstehend darlege, dass sowohl die maßgeblichen Veranstalter, sowie die geplanten Themen nicht dem demokratischen Spektrum zuzurechnen sind, bzw. hier Bestrebungen gegen die "freiheitlich-demokratische Grundordnung" dahinterstehen und gefördert werden sollen:

Die Organisatoren

Die sog. Linke Literaturmesse besitzt mittlerweile eine überregionale Bedeutung für die ganze linksradikale Szene in der BRD. Sie wird nicht nur von Linksextremisten besucht, sondern Linksextremistischen treten auch öffentlich als Organisatoren der Veranstaltung in Erscheinung.

Auf der Internetseite www.linke-literaturmesse.org wird als Veranstalter das sog. "Archiv Metroproletan" sowie die sog. "Bibliothek und Literaturladen Libresso" genannt. Das sog. "Archiv Metroproletan" in der Eberhardshofstr. 11 (Hinterhaus) in Nürnberg-Gostenhof zählt zu den wichtigsten Treffpunkten von Linksextremisten in Nürnberg. Dort fand u.a. auch am 9.11.2002 die Jahresfeier zum 5jährigen Bestehen der linksterroristischen Zeitschrift barricada statt, gegen deren Herausgeber und Verbreiter zur Zeit bei der Nürnberger Staatsanwaltschaft verschiedene Ermittlungsverfahren anhängig sind. Der "Literaturladen Libresso", dient seit Jahren der linksextremistischen Szene als Kontaktadresse für Zuschriften, so zum Beispiel der linksextremistischen "Red Action Nürnberg (ran)". Die barricada gibt ebenfalls als Kontaktanschrift das "Libresso" an. Einer der maßgeblichen Betreiber des Ladens ist der langjährige linksextremistische Funktionär der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), Walter Bauer, aus Fürth. Er ist zudem Mitglied der linksextremistischen Organisation Rote Hilfe e.V., die sich bundesweit für verurteilte linksextremistische Straftäter einsetzt und anteilig Anwaltskosten der kriminellen Linken übernimmt. Für die 7. Linke Literaturmesse wird nicht nur in linksterroristischen Zeitschriften, wie der barricada (Ausgabe Dezember 2002) geworben, sondern auch in linksradikalen, öffentlich erhältlichen Zeitschriften wie der raumzeit aus Erlangen.

Beide Zeitungen werden vom Verfassungsschutz in Bayern beobachtet. Gerade die Aussagen der Veranstalter gegenüber der linksradikalen raumzeit beweißen, dass es den Organisatoren weniger um alternative Literatur geht, sondern dass sich aus der Zusammenkunft weitere Aktionen im Geiste der Literaturmesse entwickeln sollen. "Bei der Messe ginge es nicht nur um rein theoretische Betrachtungen. Von den Veranstaltungen sollen auch Initiativen für den Widerstand gegen Überwachung und Repression ausgehen" (raumzeit-Nr. 19/21.12.02).

Schaut man sich die geplanten Veranstaltungen einmal an, weiß man, was die Veranstalter mit Widerstand meinen:

Das Programm

So wollen Literaturmesseveranstalter ein Buch von Rolf Pohle, einem Mitglied der linksterroristischen "Bewegung 2. Juni", der im Zuge der Lorenz-Entführung ausgetauscht wurde und später wegen Mitgliedschaft in der RAF vor Gericht stand, mit einer eigenen Veranstaltung vorstellen.

Auch die linksextremistische Rote Hilfe e.V., die hier in Nürnberg eine Ortsgruppe (u.a. mit Walter Bauer und Karen Steinle (Bundesvorstandsmitglied der Roten Hilfe) als Mitglieder unterhält, veranstaltet eine Lesung des Buches von Heinrich Hannover, einem Verteidiger von RAF-Mitgliedern.

Die linksextremistische Gruppe Gegenstandpunkt (die ebenfalls im Verfassungsschutzbericht Erwähnung findet) möchte das Buch von Peter Decker: "Das Proletariat" vorstellen.

Der Autor Bernd Langer, autonomer Antifaschist und Mitglied einer der führendsten und militantesten Gruppen aus dem linksextremistischen Spektrum der BRD, der Göttinger Antifa (M), liest Erinnerungen eines Autonomen: Straßenschlachten, Anschläge, illegale Aktionen, Verfolgung durch die Polizei....

Die Veranstaltung: Kolumbien und die FARC-EP, wird u.a. von der Sozialistischen Deutschen Arbeiter Jugend (SDAJ) durchgeführt. Auch die SDAJ wird, wie die Rote Hilfe, die Antifa (M) usw., vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft und beobachtet. Die FARC-EP hat weltweit durch ihre bestialischen Morde und Kinderrekrutierungen für Aufsehen gesorgt. Ungeachtet dessen, gilt sie bei zahlreichen Linksextremisten weiterhin als unterstützungswerte antikapitalistische Befreiungsbewegung

Diese nur kleine Auswahl der Themen und Veranstaltern beweist eindeutig, dass es sich bei der Linken Literaturmesse in Nürnberg im Januar 2003 nicht um eine konventionelle Buchvorstellung aus dem alternativen Spektrum handelt, sondern dass hier Linksextremisten für andere und künftige Linksextremisten demokratiefeindliche Literatur vorstellen, um damit verfassungsfeindliche Ziele zu verfolgen.

Es ist daher dringend geboten, die Veranstaltung zu verbieten und den Veranstaltern die städtischen Räumlichkeiten zu entziehen.

Mit freundl. Grüßen
Ralf Ollert
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